Wie kann ich eine Waffenbesitzkarte bekommen? Voraussetzung!

Auch wenn die Erklärungen auf dieser Seite sehr umfangreich sind und man das Gefühl bekommt, dass es sehr kompliziert ist, eine Waffenbesitzkarte zu bekommen, muss man doch sagen, dass es im Nachhinein doch eher leicht ist, eine WBK zu erhalten, wenn man ein unbescholtener Bürger in Deutschland ist und dem Schießsport regelmäßig nachgeht.

Im Grunde genommen geht es hauptsächlich um die Zuverlässigkeit des WBK-Inhabers, die im 1. Schritt durch den Oberschützenmeister bestätigt werden muss und im 2. Schritt durch die zuständige Waffenbehörde. Wenn man sich nichts gravierendes zu Schulden kommen gelassen hat, handelt es sich lediglich um einen relativ überschaubaren Verwaltungsakt.

Unterschied WBK zu Waffenschein

Zuerst sollte man den Unterschied zwischen Waffenbesitzkarte (WBK) und einem Waffenschein wissen. Ein Waffenschein bedeutet, dass man die Berechtigung hat, die Waffe bei sich und in der Öffentlichkeit zu tragen. Dies können gefährdete Personen des öffentlichen Interesses sein. Darunter fallen z.B. Richter, Staatsanwälte, die einer theoretischen Bedrohung ausgesetzt sind, da sie anklagen und jemanden verurteilen aber auch Personen, die einer ständigen Bedrohung ausgesetzt sind.

Diese Personen erhalten mit dem Waffenschein eine Berechtigung zum ständigen Tragen der im Waffenschein eingetragenen Waffe, außer auf öffentlichen Veranstaltungen und größeren Menschenansammlungen.

Eine WBK berechtigt den Inhaber derselbigen lediglich zum Besitz der Waffe(n), nicht zum Tragen und zum Waffentransport, der das Bedürfnis abdeckt, also von zu Hause zum Schützenverein und zurück oder zu Wettkämpfen.

Voraussetzungen für die Erteilung einer grünen oder gelben WBK

1. Nachweis eines bestehenden Bedürfnisses

2. Bestandene Sachkundeprüfung

3. Schießnachweise durch regelmäßiges Training und Umgang mit scharfen Waffen

4. Bestätigung des jeweiligen & zuständigen Schießsportverbandes über das Bedürfnis

5. Polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintragungen

6. Keine laufenden Strafverfahren oder Anzeigen

7. Nachweis über eine sichere Aufbewahrung (zugelassener Tresor)

Unterschied Gelbe WBK & Grüne Waffenbesitzkarte

Gelbe WBK

Die gelbe Waffenbesitzkarte ist die eigentliche Sportschützen-WBK. Auf dieser WBK werden alle Langwaffen eingetragen, die der Sportschütze besitzt. Zugelassen sind hier nur Einzellader (Repetierer), die nach dem Schuss manuell neu geladen werden müssen. Das Magazin darf bei Sportschützen mit 5 Schuss befüllt werden, nicht darüber hinaus. Der Sportschütze ist berechtigt, in einem halben Jahr 2 Langwaffen zu erwerben, ohne eine gesonderte Genehmigung bei der Waffenbehörde einzuholen. Man darf ergo zum Waffenhändler gehen, sich die Waffe aussuchen und direkt kaufen. Innerhalb von 14 Tagen muss dieser Erwerb bei der Waffenbehörde angezeigt werden. Daraufhin erfolgt die Eintragung der Waffe in die WBK. Parallel hierzu muss auch der Waffenhändler diese Meldung an die Waffenbehörde schicken. So ist dem Amt bereits bekannt, dass der Sportschütze die Waffe erworben hat und kann die Einhaltung der 14-tägigen Frist überwachen.

1. Nachweis eines bestehenden Bedürfnisses

Bevor man überhaupt an eine Waffenbesitzkarte denkt, muss man Bedürfnis nachweisen. Dieses Bedürfnis haben z.B. Jäger, Waffensammler, Sportschützen, Büchsenmacher, Waffenhändler etc..

Wir gehen hier ausschließlich auf den Sportschützen ein, der sein Bedürfnis im allerersten Schritt erlangt, wenn er mehr als 1 Jahr Mitglied in einem anerkannten Sportschützenverband Mitglied ist und wenigstens 12 Mal im Jahr geschossen hat, das verteilt auf jeden Monat oder 18 Mal ohne Bindung an einen jeweiligen Monat.

Bei der 12-er Regelung muss in jedem Kalendermonat 1 Eintrag vorhanden sein, der bestätigt, dass geschossen (trainiert) wurde. (Beispiel: Training am 01.03. & 30.04.  bedeutet in diesen 2 Monaten Vorgabe erfüllt) . Bei der 18-er Regelung müssen die 18 Schießtermine in den ab Antrag gerechnet letzten 12 Monaten.

2. Bestandene Sachkundeprüfung

Die Sachkundeprüfung muss nur 1 Mal im Leben abgegeben werden und ist dauerhaft gültig. Bei der Sachkundeprüfung wird die Theorie wie auch die Praxis geprüft. Man muss das Waffengesetz “kennen” sowie wissen, was verbotene Gegestände und verbotene Waffen sind. Auch viele andere Dinge müssen vor der Prüfung erlernt werden, die man allerdings später größtenteils nicht mehr benötigt, wenn man nicht direkt damit in Verbindung tritt. Die wichtigsten Punkte betreffen die Sicherheit am Schießstand und den Umgang mit seiner zukünftigen Waffe, der dazugehörigen Munition und die sichere Aufbewahrung der Waffen und der Munition wie auch die Regularien zum Waffen- und Munitionstransport.

3. Regelmäßiges Training im Schützenverein

Für die Erlangung einer Waffenbesitzkarte für Sportschützen (Gelbe WBK) oder für halbautomatische Waffen (grüne WBK) ist es erforderlich, dass man in einem anerkannten Schützenverein regelmäßig trainiert. Das Training sollte Schießen beinhalten aber auch den sicheren Umgang mit Waffen. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass man mit denen Waffen trainiert, die man nach der wenigstens 12-monatigen Mitgliedschaft erwerben möchte.

Wenn man ergo 12 Monate mit einem Luftgewehr oder einer Luftpistole geschossen und trainiert hat, wird fast unmöglich sein, dass der Oberschützenmeister des Vereins das Bedürfnis für eine AR15 (halbautomatische Büchse – ähnlich M16) oder für eine Pistole bestätigt, denn der Umgang mit diesen Waffen ist nicht geübt und man könnte Vereinsmitglieder gefährden, was zahlreiche Unfälle in Schützenvereinen bestätigen.

Selbst geübte Schützen haben bereits Unfälle verursacht.

Man sollte also im Verein die Grundlagen des Schießens mit Luftwaffen erlangen aber auch mit seinem Paten scharfe Waffen benutzen und den sicheren Umgang erlernen. Nur so erlangt man auch das Bedürfnis für diese Waffenart.

4. Bedürfnisbestätigung durch den Schießsportverband

Der Oberschützenmeister reicht den Antrag an den Schießsportverband ein, der dann das Bedürfnis anhand einer zugelassenen Disziplin bestätigt.

Die Bestätigung wird nicht an den Schützen zurück gesandt, sondern wieder an den Oberschützemeister, der es dem Schützen aushändigt. Mit dieser Bestätiguing kann nun ein Voreintrag beim Landratsamt beantragt werden.

5. Führungszeugnis ohne Eintragungen

Bei der Beantragung der 1. WBK holt die Waffenbehörde ein polizeiliches Führungszeugnis über den Antragsteller ein. Gibt es dort Eintragungen, wird es vermutlich zu einer Ablehnung kommen.

TIPP: Holen Sie sich zuvor selbst ein polizeiliches Führungszeugnis ein. Dies tun Sie auf Ihrer Gemeindeverwaltung bzw. beantragen Sie dies dort. Nach 1-2 Wochen erhalten Sie Ihr Führungszeugnis direkt nach Hause und können sich vergewissern, ob es negative Einträge aus der Vergangenheit gibt.

6. Keine laufenden Strafverfahren oder Anzeigen bei der Polizei

Das Amt schreibt Ihre zuständige Polizeidienststelle an und fragt nach, ob gegen Sie laufende Strafverfahren existieren oder eine Strafanzeige. Existieren dort Negativmerkmale, kommt es zur Ablehnung des Antrags.

Auch wenn man bereits im Besitz einer WBK ist und eine neue Waffe über die Grüne WBK beantragen will, wiederholt sich dieser Prozess, wenn der letzte Waffenantrag länger als 6 Monate gestellt wurde. Innerhalb der 6 Monate greift das Amt auf die vorliegende Bestätigung der Behörde zu.

Bei der Gelben WBK (Waffenbesitzkarte für Sportschützen), über die man jede Langwaffe ohne Voreintrag erwerben darf, wird die Polizei nicht befragt und es wird auch kein neues Führungszeugnis eingeholt, was etwas der Logik widerspricht, denn Waffe ist gleich Waffe. Aber Gesetze sind nun eben Gesetze und das Waffengesetz ist eh sehr umfangreich und kompliziert geworden.

7. Sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition i.S.d. WaffG in einem dafür zugelassenen Tresor-Modell (Sicherheitsschrank Typ)

Sie müssen dem Amt einen Nachweis erbringen, dass Ihre Waffen und die Munition sicher aufbewahrt sind und kein Zugriff unberechtigter Personen erfolgen kann. Hier wird zwischen den verschiedensten Sicherheitskategorien unterschieden, die es nicht zulassen oder auch zulassen, dass Waffen und Munition getrennt aufbewahrt werden müssen oder zusammen gelagert werden dürfen, wie viele Lang- und Kurzwaffen gemeinsam gelagert werden können und vieles mehr.

Im Merkblatt des Bundesverwaltungsamtes (Stand 2018) ist dies klar geregelt.

Streckungsgebot für den Erwerb von Waffen unbedingt einhalten!

Das Streckungsgebot schreibt vor, dass innerhalb eines halben Jahres höchstens 2 Waffen auf die gelbe oder grüne WBK (insgesamt) erworben werden dürfen. Damit soll verhindert werden, dass zuviele Waffen zu schnell in den Umlauf kommen.

Bei der grünen WBK (halbautomatische Waffen und mehrschüssige Kurzwaffen) wird das Streckungsgebot bereits durch den Verein und den Schützenverband überprüft, da ein Voreintrag eingeholt werden muss, den man nicht erhält, wenn bereits 2 Waffen erworben wurden.

Bei der gelben WBK (Waffenbesitzkarte für Sportschützen) kann dies nicht durch Verein oder Verband kontrolliert werden, da man die Berechtigung hat, mit der gelben WBK zum Waffenhändler zu gehen und jegliche Langwaffe erwerben kann. Da innerhalb 14 Tagen der Erwerb bei der Behörde angezeigt werden muss, würde dann festgestellt werden, dass das Streckungsgebot nicht eingehalten wurde. Dies kann durchaus zum Entzug aller WBK-s führen, da man die Zuverlässigkeit in Frage stellen kann.

Übrigens: Für Jäger zählt das Streckungsgebot nicht. Sie können jegliche Lang- und Kurzwaffen ohne Beschränkung und separate Nachweise außer des Jagdscheins erwerben.